Auswertung der Berliner Register für das Jahr 2015

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Im Jahr 2015 dokumentierten ReachOut, die Beratungsstelle für Opfer rassistischer und
rechter Gewalt und die Register in den Bezirken Angriffe und Vorfälle, die einen rassistischen,
antisemitischen, homophoben oder diskriminierenden Hintergrund hatten. Unter Vorfällen,
die in den Registern dokumentiert werden, sind neben Gewalttaten auch Propagandaaktivitäten,
wie Aufkleber, Plakate oder Sprühereien, Veranstaltungen und Beleidigungen gefasst, die
einmal jährlich qualitativ ausgewertet werden. Im Gegensatz zu den Statistiken der Ermittlungsbehörden,
werden auch Vorfälle aufgenommen, die nicht angezeigt werden. Dadurch werden in den einzelnen
Bezirken Aktionsschwerpunkte von Neonazis und alltägliche Formen von Diskriminierung
sichtbar, die in den behördlichen Statistiken nicht unbedingt widergespiegelt werden.

Insgesamt erfasst ReachOut 320 Angriffe für das Jahr 2015 (2014: 179). Dabei werden
mindestens 412 (2014: 266) Menschen verletzt, gejagt und massiv bedroht. Darunter
sind 42 Kinder. Rassismus steigt an und ist mit 175 Taten das häufigste Motiv (2014: 100).
Politische Gegner_innen werden 59 Mal (2014: 31) attackiert. Die antisemitisch motivierten
Taten steigen von 18 auf 25 Angriffe an. Der größte Teil der Angriffe findet in aller Öffentlichkeit
statt: 120 Angriffe (2014: 107) werden auf Straßen und Plätzen verübt. An Haltestellen,
Bahnhöfen und in öffentlichen Verkehrsmitteln geschehen 65 Gewalttaten
und Bedrohungen (2014: 37). […]

Gemeinsame Pressemitteilung der Berliner Register und der Opferberatungsstelle ReachOut >>>

Für das Jahr 2015 wurden in Lichtenberg 234 Vorfälle gezählt. Damit haben sich die Zahlen
im Vergleich zum Vorjahr (2014: 105) mehr als verdoppelt. Der enorme Anstieg ist vor allem
auf die Mobilisierungen gegen Flüchtlinge und ihre Unterbringungen zurückzuführen.
Rassismus war mit 155 der Vorfälle das vorherrschende Motiv in diesem Jahr. Vor allem
bei den Kategorien Veranstaltungen (2015: 49, 2014:13), bei Propaganda (2015: 127, 2014: 65)
und Bedrohungen (2015: 13, 2014: 2) gab es starke Anstiege. Die Zahl der Angriffe (2015: 23, 2014: 11) ist
weiterhin konstant hoch. Jeden Monat geschehen somit durchschnittlich fast zwei Angriffe. […]

Download der Auswertung für Lichtenberg >>>

Aktionsfonds für 2016 ist gestartet

Die Partnerschaften für Demokratie gehen in die zweite Runde. Ab sofort können wieder Anträge für Projekte in Hohenschönhausen und Lichtenberg gestellt werden.

Wie im letzten Jahr richtet sich der Aktionsfonds an Bürger_innen, kleine Initiativen, Vereine, Bündnisse, Jugendclubs und Projekte, die sich für Respekt und eine demokratische Kultur einsetzen.

In diesem Jahr werden Projekte mit bis zu 750 € gefördert.

 

Die Fristen für den Aktionsfonds Hohenschönhausen sind:

19. Februar, 24. März, 22. Juli und der 23. September

Die Fristen für den Aktionsfonds Lichtenberg sind:

04. März, 15. April, 06. Mai, 01. Juli und der 07. Oktober

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, Projektideen, die größer und längerfristiger angelegt sind, umzusetzen. In Zusammenarbeit mit den Begleitausschüssen können auch Projektideen mit einem Finanzvolumen bis 3000 € entwickelt werden.

Für weitere Beratung und Informationen können sich Interessierte an die Koordinierungsstelle wenden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Zweite Demokratiekonferenz der Partnerschaften für Demokratie im Rathaus Lichtenberg

Am 20.11.2015 hat die zweite Demokratiekonferenz der Partnerschaften für Demokratie in Hohenschönhausen und Lichtenberg stattgefunden.

Bei der Jahresabschlusskonferenz haben Mitglieder der Begleitausschüsse von Hohenschönhausen und Lichtenberg, Vertreter_innen der Projekte und weitere aktive Lichtenberger_innen teilgenommen.
Nach einer Gesprächsrunde mit Bezirksbürgermeisterin Frau Monteiro und Jugendstadträtin Frau Dr. Obermeyer hatten die Vertreter_innen der Jugendfonds und mehrere Projekte die Gelegenheit, ihre Arbeit des vergangenen Jahres vorzustellen. Anschließend wurde der Nachmittag genutzt, um miteinander ins Gespräch zu kommen, sich über die Projekte auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Insgesamt war es eine gelungene Veranstaltung und wir freuen uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr, wenn die Partnerschaften für Demokratie in eine neue Runde gehen!

 

Gute Resonanz auf die Aktionsfonds

Die Aktionsfonds in den Fördergebieten Lichtenberg und Hohenschönhausen treffen bei Vereinen, Initiativen, Bündnissen und Einrichtungen auf eine gute Resonanz. So wurden in Lichtenberg bisher 18 Anträge gestellt und in Hohenschönhausen 11.

Bewilligt haben die Begleitausschüsse nach einer fachlichen Diskussion zu den Anträgen ganz unterschiedliche Projekte: eine Projektwoche an einer Schule sowie eine Veranstaltungsreihe zur Auseinandersetzung mit Rassismus, eine Ausstellung zu Diversity, ein Theaterprojekt zu Flucht und Migration in einem Mädchenclub oder eine Fortbildung zu rechtspopulistischen Argumentationsweisen und Organisationen.

In diesem Jahr gibt es für jedes Fördergebiet noch ein letztes Mal die Möglichkeit Anträge einzureichen. In Lichtenberg ist die nächste Antragsfrist am 13. November und es können Projekte bis 2.000 € beantragt werden. In Hohenschönhausen ist die letzte Frist in diesem Jahr der 23. Oktober und es kann eine maximale Fördersumme von 3.000 € beantragt werden.

Umfrage zu Diskrimnierung in Deutschland

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) startet die bisher größte Umfrage zum Thema Diskriminierung in Deutschland. 

Sie haben es erlebt? Berichten Sie davon!

Wegen Ihrer Behinderung oder Ihres Alters werden Sie nicht zu Vorstellungsgesprächen eingeladen, obwohl Sie hervorragend qualifiziert sind?
Sie werden gemobbt, weil Sie lesbisch oder schwul sind?
Ihr Kind bekommt wegen seiner Migrationsgeschichte trotz guter Noten keine Gymnasialempfehlung?
Bei der Wohnungssuche gehen Sie leer aus, weil Sie ein Kopftuch tragen?

Berichten Sie uns von den diskriminierenden Erfahrungen, die Sie, Ihre Angehörigen und Freunde gemacht haben. Dabei interessieren uns alle Lebensbereiche: vom Kindergarten, über Schule und Hochschule, bis zum Beruf; vom Wohnen über Versicherungs- und Bankgeschäfte bis zum Freizeitbereich.

Beteiligen können sich alle in Deutschland lebenden Menschen ab 14 Jahren in der Zeit vom 1. September bis zum 30. November 2015.

Alles weitere erfahren Sie unter: www.umfrage-diskriminierung.de